Warum der Großteil der Weltbevölkerung aus heutiger Sicht nicht dazu befähigt ist, eine gerechtere Welt zu erschaffen?

Menschen, egal wo sie leben, bewegen sich in einem vorgegebenen System, finden Rahmenbedingungen vor und passen sich den Gegebenheiten an. Der Bevölkerung deshalb vorzuwerfen, sie sei für den globalen Ist-Zustand der Welt selbst verantwortlich, wäre überzogen. Aber wir alle sind Teil des globalen Systems und das Denken und Handeln jedes Einzelnen beeinflusst unser aller Zusammenleben. Letztendlich ist es vorprogrammiert, dass der Großteil der weltweiten Bevölkerung Mitläufer sind, die schwerstens damit beschäftigt sind, dem derzeitigen neoliberalen System standzuhalten, in dem sie schlimmstenfalls umzukommen drohen.

Warum ist es für das Individuum und in weiterer Folge für die Bevölkerung so schwer, wesentliche Änderungen herbeizuführen und eine gerechtere Welt zu erschaffen?

1) Desinteresse an Politik und Wirtschaft: Wie in der Schule die meisten Schüler/innen sich nicht für Mathematik begeistern können, ist es wohl auch mit Politik und Wirtschaft. Die Masse spricht meines Erachtens maximal zu Wahlzeiten auf das Spektakel emotionalisierter Politik an, wenn sich z.B. zwei Politiker in einer Diskussion gegenseitig unschöne Dinge an den Kopf werfen. Dass sich in absehbarer Zeit im Alltag aber viele Menschen weltweit vertiefend mit Politik und Wirtschaft beschäftigen werden, ist meines Erachtens aus heutiger Sicht maximal Wunschdenken. Durch das Unwissen bzw. Halbwissen der breiten Masse haben Politiker mit einfachen Botschaften leichtes Spiel und es kommen meistens keine Parteien an die Macht, die tatsächlich für konstruktive zukunftsweisende Politik stehen, soweit es solche Parteien im jeweiligen Staat überhaupt gibt.

2) Kein Politik- und Wirtschaftsexperte / Gute oder schlechte Welt? Das Bewusstsein für eine gerechte oder ungerechte Welt fehlt meistens. Was ist an unserer Welt überhaupt ungerecht?

Bürger aus Industriestaaten: Mir geht es doch gut! Geht es Menschen woanders wirklich so schlecht? Das kann nicht stimmen, dass alle 5 Sekunden ein Kind an Hunger stirbt. Das kann nicht stimmen, dass 3,7 Milliarden Menschen (Hälfte der Weltbevölkerung) mit 1–2 Dollar am Tag leben müssen und auf der anderen Seite es alle zwei Tage einen Milliardär mehr gab im Jahr 2017.

Bürger aus Entwicklungsländer: Könnte es uns besser gehen? Uns geht es bereits so lange schlecht, wie soll sich das jemals ändern? Wie könnte ich mir und meiner Familie helfen?

Man kann nicht von jeder Bürgerin und jedem Bürger verlangen, ein Politik- und Wirtschaftsexperte zu sein und zum Beispiel eine allumfängliche fundierte Meinung und Lösungen für eine gerechte Welt parat zu haben, was im Umkehrschluss nicht heißen soll, dass nicht jeder/r gut beraten ist, sich eine möglichst umfangreiche Meinung zu den verschiedenen Themenfeldern zu bilden. Da aber viele Menschen privat und beruflich massiv gefordert sind, ist es enorm wichtig für eine Gesellschaft, dass die Wähler/innen die Verantwortung nach einer Wahl zu einem gewissen Grad bei der Politik abgeben können und ihre Interessen entsprechend durch die gewählten Politiker/innen, Parteien, Institutionen vertreten werden (Arbeitsteilung). Deshalb wären wahrhaftige Volksvertreter/innen, die tatsächlich die Interessen des Souveräns vertreten, so enorm wichtig. Ihrer Profession entsprechend sollte es ihre Aufgabe sein, sich den nötigen Blick auf die aktuelle Politik, Wirtschaft, Globalisierung, etc. und deren aktuellen Gesetze zu verschaffen und letztendlich die nötigen neuen Gesetze zu beschließen, die dem Gemeinwohl bestmöglich nützen und nicht einer kleinen Finanzelite.

3) Heile kapitalistische Welt: Menschen, die sich mit dem System identifizieren und den Kapitalismus bejahen, vielleicht Karriere im bestehenden System gemacht haben, einem gut bezahlten Job nachgehen oder erfolgreich ein Unternehmen führen, neigen oft dazu, das bestehende System in vielen Punkten zu idealisieren, die positiven Inhalte des momentanen Ist-Zustandes hervorzukehren und wesentliche negative Fakten auszusparen. Es ist für viele enorm wichtig, dass die eigene erarbeitete Existenz und die systemischen Rahmenbedingungen im Staat als faires Gesellschaftsprinzip anerkannt werden und der eigene Erfolg dem persönlichen Mehreinsatz zu verdanken ist, den die anderen erfolglosen Menschen nicht willens sind aufzubringen. Dass der persönliche Erfolg auf einer globalen Systemlüge beruhen könnte, ist für diese Personen meist denkunmöglich und verärgert sie oft zutiefst. Oft werden diese Menschen an diesem Punkt emotional, da sie nicht wahrhaben wollen, dass ihr persönlicher Vorteil, ihr persönliches Vorankommen meistens ein wesentlicher globaler Systemnachteil vieler anderer ist und diese anderen, angeblich erfolglosen Menschen systemisch oft so gut wie gar keine Chance haben, sozial aufzusteigen. Im Vordergrund steht, dass Sie sich diesen Wohlstand hart erarbeitet haben und jeder fleißige Mensch, der den Willen dazu hat, das auch schaffen kann, und die Menschen, die es nicht schaffen, selber schuld sind. Man ist nicht bereit über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen und in Betracht zu ziehen, dass die globalen Systembedingungen nur wenigen Menschen dienen.

Global betrachtet: Viele Menschen glauben an den amerikanischen Traum und dass jeder den Aufstieg in der Gesellschaft schaffen kann, im besten Fall Millionär oder Milliardär zu werden. Weltweit besitzen aber in etwa nur 0,4 % mehr als eine Million Dollar, sprich es ist eher unwahrscheinlich, Millionär zu werden; viele Menschen sind systembedingt Verlierer und müssen sich dann von vielen Systemgewinnern, die nicht den nötigen globalen Weitblick haben, auch noch anhören: »Ihr strengt euch ganz einfach nicht genug an.«

4) Gleichgeschaltete Gottlosigkeit systemisch vorprogrammiert: »Das bestmögliche Ergebnis wird dann erzielt, wenn das Individuum das tut, was für es selbst am besten ist.« (Adam Smith)

In Familien, Freundschaften, Beziehungen sind Werte wie gegenseitiges Vertrauen, Geborgenheit, Meinungsfreiheit, Gleichberechtigung, Liebe etc. enorm wichtig. Erfährt man Ungerechtigkeit in seinem unmittelbaren Umfeld, ist die Bereitschaft sehr oft da, das zum Ausdruck zu bringen. Das Gerechtigkeitsbewusstsein von Kindern ist meistens auch sehr ausgeprägt und wird bei Zuwiderhandlung so gut wie immer bedingungslos zum Ausdruck gebracht. Wo beginnt nun unser gottloses Dasein, unsere Bereitschaft, die uns umgebende Ungerechtigkeit zuzulassen? Je älter man wird, umso mehr erschließt sich einem das gesamte Weltbild. Bei entsprechender Bildung hat man mit etwa 13 bis 18 Jahren ein ungefähres Bild von der globalen Welt und beginnt nach und nach zu differenzieren, wo man sich für Gerechtigkeit einsetzt und wo man stillhält: »Wo zahlt es sich persönlich oder im öffentlichen Bereich aus, sich für Gerechtigkeit einzusetzen, und wo habe ich sowieso keine Chance, etwas zu verändern?« Spätestens wenn man erwachsen wird, muss man Geld verdienen, vergisst nach und nach vielleicht dagewesene Ideale, passt sich dem ganz normalen täglichen Wahnsinn an und lässt den täglichen Ist-Zustand einfach geschehen, verstummt und kämpft um seine eigene Existenz, damit zumindest dort ein bisschen heile Welt stattfindet. Ich erhebe hier nicht den moralischen Zeigefinger, ich beschreibe lediglich die reale Geisteshaltung vieler Menschen: »Wie soll man schon der globalen Ungerechtigkeit begegnen, man hat als Individuum keinen Handlungsspielraum und man kann die Politik, die Wirtschaft, das System nicht verändern. Wenn man nicht verrückt werden will, akzeptiert man die Welt, wie sie ist, versucht zumindest aus seinem eigenen Leben etwas Vernünftiges zu machen. Ich habe die Welt nicht so erfunden und ich passe mich an, damit ich eine Chance habe zu überleben. Ich kann nichts dagegen tun, dass jeden Tag 100.000 Menschen verhungern, ich bin dafür nicht verantwortlich. Fast jeder passt sich an und erkennt die Spielregeln an, ich muss die Realität anerkennen und bei gewissen Dingen mitspielen, wenn ich nicht unter die Räder kommen will. Ich tue das, was für mich am besten ist, meine Familie, Freunde, die restliche Welt kann mir gestohlen bleiben.«

5) Zeitmangel: So gut wie alle Menschen haben nicht die nötige Zeit, sich Gedanken zu machen, was die Probleme unserer Zeit sind. Die eigenen Probleme stehen meistens im Vordergrund und lassen es nicht zu, sich mit externen Problemen zu beschäftigen, schon gar nicht, wie man die Welt retten könnte.

6) Erziehung: Man wird in dieses System hineingeboren und dazu erzogen, die aktuellen Regeln und Gesetze anzuerkennen. Es findet keine wirkliche Diskussion in den Schulen, im Elternhaus, in Medien etc. über unsere Regeln und Gesetze statt. Selbst wenn man die Ungerechtigkeiten sieht, haben viele Angst, gegen das bestehende System aufzubegehren. Man will Teil des Systems und kein Außenseiter sein.

7) Fehlende Bildung: Aufgrund der herrschenden Schulbildung wird die Menschheit so erzogen, dass sie dem System dient und nicht dazu, dass man es hinterfragt. Im Weiteren leidet der Großteil der Bevölkerung unter fehlender Bildung. Somit fehlt die Grundlage, gegen das System konstruktiv aufzubegehren. Das Thema globale Gerechtigkeit und Globalisierung, so wie ich es hier erkläre, ist doch sehr umfangreich und es ist schwer, den wesentlichen Rahmen zu erfassen. Wer sich damit zum ersten Mal auseinandersetzt, ist schnell überfordert.

Hinweis: Wenn Sie die Welt verändern möchten, lassen Sie sich nicht entmutigen, wenn Sie anfangs nicht alles verstehen. Das ist, als würde man eine neue Sprache lernen: Da versteht man zu Beginn auch nur wenig, aber mit der Zeit begreift man immer mehr. Wesentlich ist, dass Sie die Kernbotschaft dieses Buches verstehen und sich immer tiefer in die Materie einlesen. So eignen Sie sich Tag für Tag immer mehr Wissen zu diesem Thema an und werden immer mehr Sachverhalte einwandfrei verstehen.

8) Konsum von Produkten und Dienstleistungen: Denken Sie an eine Einkaufsstraße und wie viele Produkte und Dienstleistungen Sie zur Auswahl haben, die in einem globalen gemeinwohlschädlichen System produziert wurden. Selbst wenn Sie sich vornehmen, keine Produkte und Dienstleistungen mehr zu konsumieren, die auf globaler Ausbeutung beruhen, halten das die wenigsten aus. Der Mensch ist grundsätzlich bequem und nur die wenigsten nehmen den Kraftakt auf sich, bei jedem Einkauf darüber nachzudenken, ob sie sich als Konsument im globalen Kontext korrekt verhalten. Solange die Produkte und Dienstleistungen legal im Geschäft zu erwerben sind, werden diese auch von der breiten Bevölkerung gekauft werden. Selbst wenn abschreckende verpflichtende Kennzeichnungen wie bei Zigaretten auf Preisschildern vorzufinden wären, würden Konsumenten mit hoher Wahrscheinlichkeit weiterhin das T-Shirt für fünf Euro bei H&M kaufen. Solange die 206 Staaten global die Verantwortung nicht übernehmen und in Summe eine globale Gesetzgebung verankern, die es Konzernen und großen Firmen gar nicht mehr ermöglicht, Produkte und Dienstleistungen auf den Markt zu bringen, die den nötigen globalen Standards entsprechen, solange wird es auch Menschen geben, die bei H&M legal ihr T-Shirt kaufen, da die wenigsten es sich zur Aufgabe machen werden, einen Produkt- und Dienstleistungs-Slalom zu fahren, nur um ein besserer Mensch zu sein.

9) Kaufkräftiger Konsument / Kein Außenseiter: Die meisten Menschen wollen sich nicht aktiv an der Gestaltung eines neuen Systems beteiligen, sondern wollen primär konsumieren und Teil des bestehenden Systems sein. Ein Außenseiter zu sein, das halten nur wenige aus.

10) Kein ersichtlicher Effekt: Wenn Sie einen Tag im Monat trainieren, werden Sie keinen positiven Effekt bemerken. Wenn Sie drei- bis viermal die Woche Ausdauer und Kraftsport betreiben, sich gesund ernähren, einen gesunden allgemeinen Lebensstil führen, werden Sie hinsichtlich Ihrer Ausdauer, Kraft, Gewicht, äußeren Erscheinung nach und nach eine positive Veränderung bemerken. Wenn Sie Fairtrade-Produkte ein Jahr lang konsumieren, werden Sie in Ihrer unmittelbaren Umgebung, bis hin zum globalen Kontext, keinen offensichtlichen Effekt erkennen. Die meisten Menschen wünschen sich einen spürbaren sichtbaren Erfolg für ihre Handlungen; bleibt dieser aus, fällt in den meisten Fällen die Motivation.

11) Der Irrglaube an eine positive Kettenreaktion: Es gibt Menschen, die glauben, wenn sie an ihrem Leben selbst etwas ändern, sprich ein korrekter Konsument werden und ihre Ideologie weitergeben, das eine Kettenreaktion zur Folge haben kann und die Welt sich so zum Besseren wendet. Hiergegen sprechen jede Menge Argumente:

– Wenn zwei, drei, vier, acht, hundert Menschen an einem Tisch sitzen und sich bei einem Thema einigen müssen, wird das ein sehr schwieriges Unterfangen, weil jeder individuelle Vorstellungen hat. Dass Sie jemanden von Ihrer Lebensphilosophie überzeugen und diese dann tatsächlich auch gelebt wird – ich denke nicht, dass das realistisch ist.

– Der Mensch ist ein Gewohnheits- und Bequemlichkeitstier und passt sich eher den Gegebenheiten, sprich einem System an, als dass er dagegen aufbegehrt und versucht, dieses selbst aktiv zu verändern. Außer er wird durch ein System in seiner unmittelbaren Lebensrealität stark beschnitten, dann wird er beginnen aufzubegehren. Doch solange vor allem in den Industriestaaten und Schwellenländern die Pizza in den Ofen geschoben werden kann, eine Cola auf den Tisch kommt und am Abend der Fernseher aufgedreht werden kann, werden sich nur wenige erheben.

– Die Forderung von Jean Ziegler mit dem Buchtitel »Ändere die Welt«30 oder Stéphane Hessels »Empört euch«31 empfinde ich als sehr wichtig und ich schätze die beiden Bücher auch sehr, aber darauf zu hoffen, dass große Teile der Bevölkerung sich aufgrund dessen erheben, ist meines Erachtens naiv. Natürlich wird man Einzelne bewegen können, sich dem Thema zu widmen, aber mit dem Informationsträger Buch alleine wird das niemals eine Dimension annehmen, die tatsächlich eine globale Welt wesentlich verändern wird, da Bücher aus heutiger Sicht nur eine Elite von wenigen Menschen erreichen. Am schwierigsten ist es, Menschen zu einer Veränderung zu bewegen, da jeder Mensch sich in denjenigen Bahnen am liebsten bewegt, die er gewöhnt ist. Globale Empathie in einem Buch zu fordern, ist zwar ein romantischer Gedanke, doch wird er meines Erachtens nicht ausreichen, um Menschen in Bewegung zu setzen. Menschen übernehmen maximal Verantwortung für sich selbst, ihre Familie und Freunde; für mehr ist in den meisten Fällen auch keine Zeit, kein Drang etc.

12) Keine ausreichende Mitsprache des Souveräns: Global betrachtet lebt man entweder in einem Staat, wo es keine Demokratie gibt, wo es als Normalbürger so gut wie gar nicht möglich ist, etwas im eigenen Staat oder in globaler Sicht zu ändern. Oder man lebt in einem Land mit einer Demokratie, die aber aus heutiger Sicht lediglich als Scheindemokratie betrachtet werden kann, da Politiker Inhalte vor Wahlen versprechen und oft nicht einhalten, viele mögliche Inhalte, die Ihnen in der Zukunft begegnen werden, gar nicht vorher wissen können und somit Handlungen setzen, ohne dass der Souverän darüber befinden kann, ob er dieser Meinung ist. In manchen Staaten gibt es die Möglichkeit einer Volksbefragung, die aber mit einem enormen Kraftakt verbunden ist, da man vorher meist sehr viele Stimmen aus der Bevölkerung benötigt, bis tatsächlich darüber abgestimmt wird. Die einzige nennenswerte Ausnahme ist die Schweiz, da es dort jedes Jahr eine Vielzahl an Volksabstimmungen zu den verschiedensten Gesetzen gibt. Die letzte nennenswerte Volksbefragung behandelte zu meiner positiven Überraschung das Thema: Vollgeldreform.

13) Zu wenige Akteure + keine globale Solidarität: Im Wesentlichen gibt es sehr viele Menschen, die mit dem aktuellen System nicht zufrieden sind, aber zu wenig Menschen begehren auf und werden tatsächlich aktiv, wodurch aktive Weltverbesserer derzeit eine Minderheit sind. Im Weiteren besteht das Problem, dass die Solidarität für eine gerechtere Welt in einzelnen Staaten ganz schwach vorhanden ist, geschweige denn global. Solange sich nicht vor allem in Industriestaaten und Schwellenländern möglichst viele Menschen für eine gerechtere Welt und neue Weltordnung einsetzen und den Versuch unternehmen, global sich möglichst stark zu solidarisieren, wird das obere 1 %, sprich die aktuellen Staatsführer und Konzerneliten, leichtes Spiel haben, ihre Vorstellungen von der bestehenden Weltordnung beizubehalten bzw. nach und nach auszubauen.

14) Kein globaler Masterplan vorhanden: Bis zum heutigen Tage hat meines Erachtens niemand eine globale Blaupause vorgelegt, die ganz klar in Summe aufzeigt, wie man das globale System in Summe verändern müsste, damit sich die Welt tatsächlich zum Besseren hin verändert und wie man es schafft, diese in die bestehende globale Matrix einzuspeisen. Menschen verharren dadurch im bestehenden System und arrangieren sich bestmöglich mit dem bestehenden neoliberalen Raubtierkapitalismus, solange sie keine wahrliche Alternative erkennen. Dieses Buch schafft die theoretische und praktische Grundlage, dass die Weltgemeinschaft sich aus Ihrer Opferrolle erheben kann und nicht mehr daran glauben muss, dass eine gerechtere Welt und neue Weltordnung nicht möglich wäre. Das später beschriebene Hebelregister soll als Aufschlag dienen und eine Spirale der Kreativität entfachen, damit sich möglichst viele Menschen, Politiker, Wirtschaftstreibende, Wissenschaftler, NGOs, etc. an der Umsetzung und Weiterentwicklung dieser Theorie beteiligen. Ich bin jedenfalls davon überzeugt, dass eine gerechtere Welt und neue Weltordnung im Sinne des Gemeinwohls das Thema des 21 Jahrhunderts sein muss und die Menschheit gut beraten wäre, hier möglichst schnell eine globale Lösung zu erarbeiten.

Abschließend: Ich denke nicht, dass die breite Bevölkerung sich bislang darum sorgt und sich in naher Zukunft sorgen wird, wie man die Welt gerechter machen könnte. Aus heutiger Sicht wird es primär die Aufgabe von NGOs, Oppositionspolitikern und Oppositionsparteien sein, die wesentlichen Rahmenbedingungen für eine gerechtere Welt und neue Weltordnung zu erkämpfen. Natürlich wäre es wünschenswert, wenn diese Schritte durch direkte Demokratie vom Bürger durch Wahlen oder Volksbefragungen abgesegnet werden. Wesentlich ist auch eine global agierende NGO und neue politische Partei, die in möglichst vielen Staaten demokratisch wählbar ist, um diese Ziele zu unterstützen. Nur wenn die Bevölkerung konstant mit Informationen bezüglich eines möglichen wählbaren gerechteren Systems konfrontiert wird und eine Partei tatsächlich wählen kann, die sich für solch eine Politik einsetzt, besteht die Möglichkeit, dass die hier vorgeschlagenen Systemänderungen tatsächlich in der Zukunft umgesetzt werden. Dass der Souverän sich in großen Scharen aber von heute auf morgen bildet und das Bedürfnis entwickelt, die Welt zu retten – das wird wohl so schnell nicht passieren, dazu bedarf es ziemlich wahrscheinlich noch einer weiteren globalen Wirtschaftskrise. Die direkte Demokratie wäre aber eine Chance dafür, das Interesse der Bevölkerung an Politik zu heben, weil dann der Souverän die aktuellen Gesetze mitbeschließen würde. Natürlich möchte ich mit meinem Buch, meiner geplanten Filmdokumentation, Website, NGO und geplanten Partei dazu beitragen, dass Menschen ein Bewusstsein für das Thema entwickeln und die Möglichkeiten erkennen, wie sie selbst bzw. in Summe ein System durch die Politik und in weiterer Folge durch die Wirtschaft verändern können. Sollten sich wider Erwarten breite Bevölkerungsschichten dazu entschließen, für eine gerechtere Welt zu kämpfen, täusche ich mich natürlich gerne! J Eine erste realistische Ebene ist, dass man eine breite Bevölkerung dazu bekommt, sich an der Oberfläche an diesem Gedanken zu beteiligen und uns z.B. ein Like auf Facebook zu geben. Wenn nur 10 % aller Facebook-Nutzer (etwa 200 Millionen User) unserer Facebook Seite einen Like geben würden, würde das innerhalb kürzester Zeit ein mediales Echo auslösen und würde mit hoher Wahrscheinlichkeit zur Folge haben, dass darüber global in allen Staaten berichtet wird. Das würde ich der Weltgemeinschaft zutrauen – dass viele Menschen zu folgender Erkenntnis kommen: »Ich bin nicht bereit, meine Gewohnheiten aufzugeben, um die Welt selbst aktiv zu verändern, aber ich habe die Basisbotschaft von »Du wirst die Welt verändern« verstanden und ich investiere eine Minute, gehe auf das Facebook-Profil, gebe dieser Organisation ein Like und trage dazu bei, dass dieses Konzept für eine bessere Welt weltweit Gehör findet und umgesetzt wird.«