Hebel 14 / Globale Überbevölkerung reduzieren

Fakten: »Auf der Erde leben im Jahr 2018 in etwa 7,6 Milliarden Menschen

  • 2011 waren wir noch sieben Milliarden Menschen
  • Im Jahr 2050 werden wir laut Prognosen der Vereinten Nationen 9,8 Milliarden
  • Im Jahr 2100 11,2 Milliarden
  • Die Weltbevölkerung wächst um 157 Menschen pro Minute
  • Die Weltbevölkerung wächst um 226.184 Menschen pro Tag
  • Die Weltbevölkerung wächst um 82.557.224 Menschen pro Jahr«1

Maßnahmen zur Verringerung des Bevölkerungswachstums

»1) Sexualaufklärung

Aufklärung ist die Grundlage dafür, dass sich Jugendliche und Erwachsene mit Verhütungsmitteln wie Kondomen vor ungewollten Schwangerschaften und sexuell übertragbaren Krankheiten schützen können. Über Sexualität zu reden, gilt in vielen Gesellschaften immer noch als Tabu. Nicht darüber zu sprechen, ist sehr gefährlich und kann gravierende Folgen für Mädchen und Frauen haben, wenn sie – oft ungewollt – schwanger werden.

2) Zugang zur Familienplanung

Über Verhütungsmittel etwas zu wissen, ist das eine, sie auch verwenden zu können, das andere. Apotheken oder Krankenstationen sind häufig nicht mit Verhütungsmitteln ausgestattet, der Weg für viele Menschen zu weit. In den Städten hat sich in den letzten Jahren viel getan, doch gerade in den ländlichen Gebieten muss dafür Sorge getragen werden, dass die Menschen eine Möglichkeit haben, moderne Verhütungsmethoden anzuwenden.

3) Starke Gesundheitssysteme

Gesundheit ist das A und O. Werdende Mütter müssen so versorgt werden, dass sie weder um die eigene Gesundheit noch um die ihrer Kinder fürchten müssen. Die Kindersterblichkeit hat einen hohen Einfluss auf die Geburtenzahl pro Frau, denn Paare sind erst bereit, weniger Nachwuchs zu bekommen, wenn sich die Überlebenschance für jedes einzelne Kind erhöht.

4) 1 bis 2 Kind – Politik fördern

Die Bevölkerung wächst besonders in den ärmsten Ländern der Welt. Viele Kinder bieten eine Möglichkeit der Versorgung im Alter und bei Krankheit. Dabei könnte freiwillige Familienplanung die Entwicklungschancen armer Länder nachhaltig verbessern. In kleineren Familien sind die Kinder im Durchschnitt gesünder, haben bessere Ausbildungschancen und daher Möglichkeiten, am Erwerbsleben teilzunehmen.

5) Gleichberechtigung

In Partnerschaften können Frauen in vielen Entwicklungsländern oft nur schwer die Verwendung von Verhütungsmitteln und Familienplanung durchsetzen. Viele Frauen wünschen sich weniger Kinder als Männer – doch dies geht nur, wenn sie sich ihnen gegenüber auch behaupten können. Besser gebildete und in ihren Rechten gestärkte Frauen können informierte, selbstbestimmte Entscheidungen zur freiwilligen Familienplanung treffen.

6) Bildungschancen – besonders für Mädchen

Die Welt hat in Bildungsfragen große Fortschritte gemacht, denn mittlerweile werden fast alle Kinder eingeschult. Doch problematisch ist zum einen die Lehrqualität und zum anderen, dass nur sehr viel weniger Kinder auch eine weiterführende Schule besuchen. Mädchen in Entwicklungsländern werden häufig früh verheiratet oder müssen im Haushalt mitarbeiten und deshalb die Schule frühzeitig verlassen. Viele bekommen schon vor der Volljährigkeit ein Kind – und werden damit ihrer eigenen Zukunftschance beraubt.

7) Steigender globaler Wohlstand = Weniger Kinder

Eine deutsche Frau bekommt im Schnitt 1,4 Kinder. Eine gute Quote, denn so geht das Bevölkerungswachstum weltweit zurück – sagt Dr. Reiner Klingholz, Molekularbiologe und Leiter des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung.

Ideal für die westlichen Industrienationen wäre eine Quote von 1,85 Kindern pro Mutter. In Dänemark beispielsweise ist das schon jetzt der Fall. Aber auch in anderen Ländern der Erde sinkt die Kinderzahl mittlerweile exorbitant. In insgesamt 80 Staaten, so Reiner Klingholz, betrage die Quote nur noch 2,1 Kinder oder weniger. Und selbst in armen Nationen wie in der Zentralafrikanischen Republik, in Niger oder Mali seien gute Ansätze zu erkennen.«2

Konkurrenz der Genüsse

»Je mehr Wohlstand, Bildung und Gleichberechtigung sich in einem Staat entwickelten, desto weniger Kinder würden geboren. Stattdessen setzen sich die Menschen zunehmend mit Phänomenen wie der “Konkurrenz der Genüsse” auseinander. Gemeint sind Entscheidungen zwischen Lebensstandard und Nachwuchs, konkret: Kind oder Kreuzfahrt?«3

Abschließend: Momentan ist das globale Bevölkerungswachstum, vor allem in den Entwicklungsländern und vor allem in Afrika, ein wesentliches Problem. Die Politik wäre hier gut beraten, die entsprechenden Maßnahmen vorzunehmen, um das Bevölkerungswachstum entsprechend einzudämmen und die nötigen Anreize in den jeweiligen Staaten zu schaffen.

Quellenangaben:

1 https://www.dsw.org/unsere-themen/weltbevoelkerung/

2 https://www.dsw.org/unsere-themen/weltbevoelkerung/

3 https://www.deutschlandfunknova.de/beitrag/demografie-mit-wohlstand-gegen-%C3%BCberbev%C3%B6lkerung