Sollzustand erreichen durch neue Politik- und Wirtschaftsordnung –> »Globale gemeinwohlorientierte kapitalistische Marktwirtschaft« oder noch besser »Globale ökosoziale Marktwirtschaft« + »Direkte Demokratie« + »Hebelregister«

»Du veränderst die Dinge nicht, indem du die bestehende Realität bekämpfst. Um etwas zu verändern, entwirf ein neues Modell, das das existierende überholt erscheinen lässt.«1

Nachdem man den problematischen globalen Ist-Zustand erkannt und den gewünschten globalen Soll-Zustand definiert hat, ist man aber der Lösung all dieser Probleme noch keinen Schritt näher.

Quelle – Grafik: https://www.dreamstime.com/stock-illustration-two-tennis-players-having-game-tennis-court-cartoon-vector-illustration-side-elevation-view-isolated-vibrant-image86227469

Wie müsste man das System verändern, damit der Soll-Zustand bis 2030 tatsächlich Realität wird? Was wären die wesentlichen globalen Lösungen, damit diese Ziele global erreicht werden?

Wichtig ist, dass man versteht, dass die hier angeführten Parameter des problematischen Ist-Zustands und des gewünschten Soll-Zustands aus heutiger Sicht tatsächlich lösbar wären. Es sind die nötigen materiellen Ressourcen und vor allem die technischen Standards vorhanden und die rasante Weiterentwicklung der Technik könnte bei entsprechender Systemregulation diese Probleme bis 2030 lösen.

Möchte man diese globalen Missstände beheben, stellt sich die Frage, was getan werden müsste, damit man diese Probleme kurzfristig möglichst minimiert, und wie man dieses Problem langfristig löst, damit diese Symptome verschwinden und auch nicht mehr auftauchen. ­­­

Wesentlich ist, dass die Souveränität der jeweiligen Staaten, religiöse, kulturelle Individualität etc. nicht in Frage gestellt werden sollen, sondern systemische universelle Parameter, die jeder Staat, egal welche Ideologie dieser innehat, umsetzen könnte.

Die wesentliche Frage, die sich stellt, lautet: Wie erhalte ich mit einem Minimum an Aufwand einen möglichst großen Effekt? Was sind also die wesentlichen Lösungen, damit man einen möglichst großen Effekt erzielt, der die angeführten Probleme löst?

»Wir müssen Regeln für eine Globalisierung des Friedens, der Gerechtigkeit und der Nachhaltigkeit aufstellen. Die Regeln der WTO, die Regeln der Weltbank und die Kreditregulierung der IWF sind Regeln, die die wirtschaftlichen und ökologischen Lasten der Armen vergrößern. Es sind Regeln, die Reichtum von den Armen zu den Reichen leiten, von der Natur zum Markt. Dieses Globalisierungsmodell, das auf dereguliertem Handel basiert, macht alle Regeln, die die gesellschaftliche und ökologische Verantwortung der Wirtschaft sichern sollen, hinfällig. Dies führt in allen Gesellschaften zu Arbeitslosigkeit und wirtschaftlicher Unsicherheit. Abgesehen davon, dass Sie im Süden der Welt zu größerem Elend und im Norden zu verminderten Sozialleistungen führt, schafft die wirtschaftliche Unsicherheit eine Angstkultur, die neue soziale Ausschließungen, neue Intoleranz und religiösen Fundamentalismus schürt. Diese Ausschließung förder[t] wiederum die Zunahme von Gewalt – in Form von Kriegen von Seiten der Mächtigen, in Form von Terrorismus und Extremismus von Seiten der Ohnmächtigen. Um Frieden, Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit zu erreichen, müssen wir eine Veränderung in drei Bereichen wagen:

1) Das Gebot der Nachhaltigkeit erfordert einen Wandel, in der Beziehung zwischen Natur und Mensch, zwischen Ökologie und Ökonomie.

2) Das Gebot der Gerechtigkeit erfordert einen Wandel in der Beziehung zwischen Reichen und Armen, zwischen und innerhalb von Staaten.

3) Das Gebot des Friedens erfordert einen Wandel in der Beziehung zwischen den verschiedenen Kulturen.

Die Veränderung zur Nachhaltigkeit erfordert eine Verschärfung, und keine Abschwächung von Umweltgesetzen. Die Veränderung zur Gerechtigkeit erfordert eine Stärkung, und keine Verringerung von sozialen Regulierungen. Und die Veränderung zum Frieden erfordert ökologische und ökonomische Sicherheit, die durch den Wandel hin zur Nachhaltigkeit und Gerechtigkeit geschaffen wird. Ohne soziale, ökologische und ökonomische Sicherheit kann es keinen Frieden geben.«2

Oder in den Worten von Henry Kissinger: »Unter diesen Umständen wird Staatsführung an sich zur Herausforderung. Regierungen stehen unter Druck, den Prozess der Globalisierung mit Blick auf den nationalen Vorteil und mit entsprechenden Regulierungen zu steuern. Im Westen geraten die von der Globalisierung aufgeworfenen Fragen so in Konflikt mit denen einer demokratischen Außenpolitik. Die politische und die wirtschaftliche internationale Ordnung zu harmonisieren stellt althergebrachte Sichtweisen infrage: das Streben nach Ordnung in der Welt deshalb, weil dazu über den nationalen Rahmen hinausgedacht werden müsste. Zugleich erfordert die Regulierung der Globalisierung, dass für ein nachhaltiges Wirtschaften konventionelle Muster überwunden werden müssen. […]

Aber eine geordnete Welt kann durch das Handeln eines einzelnen Staates alleine nicht erreicht werden. Um zu einer echten Weltordnung zu gelangen, müssen deren Teilnehmer, während sie eigene Werte beibehalten, sich eine zweite Kultur aneignen, die globaler, struktureller und juristischer Art ist: ein Ordnungskonzept, das über die Perspektiven und Ideale der einzelnen Regionen oder Nationen hinausweist. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt bedeutete dies, dass das westfälische System modernisiert und an neue Realitäten angepasst werden muss.«3

Wenn nur einzelne wenige Staaten sich zu Basisgesetzen bekennen würden, sprich Regeln einführen würden, die verstärkt dem Gemeinwohl dienen und sich gegen den Raubtierkapitalismus wenden, hätten sie einen massiven Wettbewerbsnachteil auf mehreren Ebenen und würden vor allem Gefahr laufen, dass Unternehmen und Kapital abwandern und ihr Wirtschaftsstandort sehr große Nachteile hätte. Daher bedarf es bezüglich der wesentlichen großen Probleme unserer Zeit globaler Antworten, die von möglichst vielen Staaten umgesetzt werden.

Es ist von Bedeutung, dass Staaten lernen sich auf wesentlicher Systemebene global zu solidarisieren und sie wie erfolgreiche Unternehmen dem Prinzip »Schöpferische Zerstörung nach Schumpeter« folgen. Staaten werden vom Regelwerk der gut organisierten Konzerne bereits zu lange dominiert und müssen beginnen, sich gegen den Zeitgeist zu behaupten, vor allem im Hinblick auf die Globalisierung. Konzerne haben kein Interesse an einzelnen Staaten, sondern agieren global und nützen entsprechend die verschiedenen Regelwerke der einzelnen Staaten bestmöglich für ihren Unternehmenserfolg, was zur Folge hat, dass sie sich wie keine andere Gruppierung enorm bereichern und einen wesentlichen Vorteil gegenüber kleinen und mittelständischen Betrieben genießen.

Der globale Lösungsvorschlag –> Neue globale Marktwirtschaft: »Globale gemeinwohlorientierte kapitalistische Marktwirtschaft« oder noch besser »Globale ökosoziale Marktwirtschaft« + »Direkte Demokratie« + »Hebelregister«:

Quelle – Grafik: https://www.dreamstime.com/stock-illustration-two-tennis-players-having-game-tennis-court-cartoon-vector-illustration-side-elevation-view-isolated-vibrant-image86227469

1) Neue globale Marktwirtschaft: Statt »Neoliberale kapitalistischer Marktwirtschaft« eine »Globale gemeinwohlorientierte kapitalistische Marktwirtschaft« oder noch besser »Globale ökosoziale Marktwirtschaft«

2) Direkte Demokratie: Parlament (UNO, IWF, Weltbank, WTO, G7, G13, G20, einzelne Staaten) = Politiker + Kontrollinstanz durch den Souverän + Kontrollinstanz durch Wissenschaftler

Mögliche prozentuelle Aufteilung im Parlament:

Start: Politiker (80%) + Souverän (10%) + Wissenschaftler (10%)

Fortgeschritten: Politiker (40%) + Souverän (40%) + Wissenschaftler (20%)
Unbenannt
Man sollte mal im kleinen starten und kann dann nach entsprechenden Erfahrungswerten im direkt demokratischen Prozess prozentuelle Anpassungen und Steigerungen beim Souverän und Wissenschaftlern vornehmen. (mehr dazu später)

3) Hebelregister: 17 globale Hebel, die bei weltweiter Umsetzung in allen 206 Staaten langfristig eine Harmonisierung des Gemeinwohls zur Folge hätten und den Raubtierkapitalismus abschaffen würden. (mehr dazu später)

Quellenangabe:

1 https://eineweltsaarlandost.wordpress.com/selbst-handeln/
2 ABIOLO / STOECK (2005), 25 – 26.
3 KISSINGER (2016), 420 – 424.